Feuerwehr Chammünster zieht Bilanz
Am vergangenen Samstag stand die diesjährige Jahreshauptversammlung der Minstacher Feuerwehr an. Im Gasthaus am Ödenturm konnte Vorstand Sebastian Schwägerl eine große Anzahl an Vereinsmitgliedern, darunter auch viele Ehrenmitglieder des Vereins, wie auch Bürgermeister Martin Stoiber und Stadtrat Thomas Platzer als Vertreter der Stadt Cham, sowie von der Feuerwehrführung Kreisbrandrat Michael Stahl und Kreisbrandmeister Thomas Wittmann begrüßen.
Nach dem obligatorischen Gedenken an die im abgelaufenen Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder begann der Vereinsvorstand mit dem Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr. Der Feuerwehrverein hat aktuell 299 Mitglieder, davon 14 Jugendliche und 33 Kinder. In den vergangenen Jahren lässt sich eine konstante Zunahme der Mitgliedszahlen feststellen. Es wurden mehrere eigene Veranstaltungen abgehalten wie beispielsweise der traditionelle Florianstag mit Kameradschaftsabend Anfang Mai, das äußerst gut besuchte Johannifeuer am Regenufer, das Summer-Umme Fest im Herbst oder das Preisschafkopfturnier in der Woche des Buß- und Betttages. Im Juni wurde eine Radtour unternommen und im September stand der Vereinsausflug nach Nürnberg bzw. zum Brombachsee auf dem Programm. Es wurden die Gründungsfeste in Atzenzell, Harrling, bzw. die Gerätehaus- und Fahrzeugsegnung Vilzing sowie das Fest bei den tschechischen Kollegen in Domažlice besucht. Der Vorstand bedankte sich bei allen Mitgliedern für die rege Beteiligung an allen Veranstaltungen und lud bereits jetzt zu den vielen Festbesuchen im anstehenden Jahr ein. Hier sei besonders das Gründungsfest der benachbarten Feuerwehr in Hof zu nennen.
In seinem Bericht erläuterte Kassenwart Manuel Schießl, dass die Minstacher Feuerwehr einen soliden Grundstock besitzt, der trotz der vielen Ausgaben in vergangen Jahr nahezu unverändert blieb. Ein Dank sei hier allen Spendern auszusprechen, die den Verein immer wieder tatkräftig unterstützen.
Die Kassenprüfer Sebastian Scherr und Richard Müller sen. konnten eine akkurate Arbeit bestätigen, die Entlastung der Vorstandschaft erfolgte daher ohne Gegenstimme.
Als nächstes stellte Kommandant Roland Schießl in seiner Rückschau fest, dass in Chammünster derzeit insgesamt 55 Aktive im Alter zwischen 18-67 Jahren aktiven Dienst leisten. Darunter sind 16 Atemschutzträger sowie 18 sogenannten First Responder, die sich im Projekt „Herzklopfen“ engagieren. Im abgelaufenen Jahr wurden von den Aktiven in Summe 22 verschiedene Lehrgänge und Fortbildungen auf Bereichs- bzw. Landkreisebene sowie an den Staatlichen Feuerwehrschulen besucht. Im Mai 2025 stellte sich zudem eine gemischte Löschgruppe erfolgreich der Leistungsprüfung Wasser. Zudem wurde bei insgesamt 30 Übungsterminen mit verschiedensten Themen der Ausbildungsstand auf einem soliden Niveau gehalten und weiter ausgebaut. Im August vergangenen Jahres wurde das Projekt Herzklopfen in Chammünster begonnen, bei dem im Umkreis von drei Kilometern zum Gerätehaus entsprechend ausgebildete Aktive der Feuerwehr zu Reanimationen und Herzstillständen parallel zum Rettungsdienst gerufen werden und bis zu dessen Eintreffen die Erstversorgung übernehmen. Im Jahr 2025 wurden die Einsatzkräfte aus Chammünster zu insgesamt 44 Einsätzen gerufen. Einen Schwerpunkt stellen nach wie vor Verkehrsunfälle bzw. technische Hilfeleistungen im Besonderen auf den nahegelegenen Bundesstraßen dar. Es ergeben sich in Summe knapp 1.500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit im Feuerwehrdienst, für welche sich der Kommandant bei der aktiven Mannschaft bedankte. Zudem gilt ein Dank an die Stadt Cham für die Bewilligung verschiedener neuer Ausrüstungsgegenstände wie auch dem Feuerwehrverein und der gesamten Vorstandschaft für die stets zielorientierte Zusammenarbeit. Eine wichtige Investition für das anstehende Jahr ist die Übernahme eines Großlüfters, der für die Entrauchung mehrerer Objekte im Stadtgebiet Cham erforderlich wird. Dieser wird wahrscheinlich im Juli diesen Jahres in Chammünster eintreffen.
Jugendwart Julian Kusch blickte auf die Aktivitäten der Jugendgruppe zurück. Er betreut zusammen mit Daniel Pongratz derzeit 14 Jugendliche, davon fünf Mädchen und neun Buben. Die Aktion Rama-Dama war wiederum Bestandteil des Programms, wie auch die Teilnahme an der Schützendorfmeisterschaft in Chammünster. Man beteiligte sich an den Jugendübungen auf KBM-Ebene, hielt mehrere eigene Übungen, zum Teil auch mit der Kinderfeuerwehr ab und man besuchte im Oktober den Feuerwehr-Erlebnistag in Passau. Mehrere Teilnehmer legten den Wissentest ab und stellten sich der Abnahme der Jugendflamme Stufe 3. Die beiden Jugendwarte Julian Kusch und Daniel Pongratz absolvierten erfolgreich den Jugendwartlehrgang an der Staatlichen Feuerwehrschule.
Die Aktivitäten der Kinderfeuerwehr „Flammenflitzer“ beleuchtete Melissa Schwägerl als deren Verantwortliche. Auch hier standen viele Aktionen und Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr auf dem Programm. Zu nennen sind hier unter anderem die Abnahme der Kinderflamme Stufe 1, die Beteiligung beim Johannifeuer, die Gestaltung eines Jahresbaums oder der Weihnachtsmarkt im Dezember. Derzeit werden insgesamt 33 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren betreut.
Im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung wurde auch dieses Mal die Möglichkeit genutzt Ehrungen durchzuführen. Kreisbrandrat Michael Stahl konnte als Vertreter des Kreisfeuerwehrverbands die Feuerwehr-Ehrennadel in Bronze an Marcus Brandl überreichen. Dieser übte mehrere Jahre das Amt des Gerätewarts in der Minstacher Feuerwehr aus und war von 2006 bis 2015 stellvertretender Kommandant.
Des Weiteren wurden mehrere anwesende Mitglieder für deren langjährige Vereinsmitgliedschaft ausgezeichnet:
65 Jahre: Horst Brandl
60 Jahre: Wolfgang Alt, Josef Ketterl, Josef Macht, Helmut Pongratz, Max Schießl
50 Jahre: Hermann Früchtl, Günter Hofbauer, Franz Schröck
40 Jahre: Thomas Gebhard.
In seinem Grußwort dankte Bürgermeister Martin Stoiber der Minstacher Feuerwehr für Ihren Einsatz rund um die Uhr und die Vielzahl an aufgebrachten Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Ein wichtiger Grundstock werde in der Kinder- und Jugendfeuerwehr gelegt. Zudem seien die Ausbildung und die Einsätze unter Atemschutz nach wie vor ein äußert wichtiger Teil des Feuerwehrdienstes. Er führte zudem aus, dass die Planungen für den dringend notwendigen Gerätehausneubau bald beginnen werden.
Kreisbrandrat Michael Stahl überbrachte die Grüße der Kreisbrandinspektion. Er lobte ebenfalls, dass die Feuerwehr Chammünster in allen Bereichen der Feuerwehr gut aufgestellt und tätig ist. Viele Bürger denken mittlerweile, es handelt sich um eine Selbstverständlichkeit, dass beim Tätigen eines Notrufes automatisch die Feuerwehr anrückt. Zudem bedankte er sich beim Ortspfarrer, dass dieser ebenfalls aktiven Dienst leistet und mit gutem Beispiel vorangeht.
Auch der Ortsgeistliche Sebastian Scherr bedankte sich bei der Feuerwehr Chammünster, bei der er bekanntlich selbst Aktiver ist, für die vielen Tätigkeiten, die für die Pfarrei dankenswerterweise geleistet werden.